Therapie der AD(H)S

Aus dem Schweregrad der Störung, ihrer Chronifizierung und der Gesamtschau der psychosozialen Lebensumstände ergibt sich der individuelle Therapie- und Förderplan für das Kind und seine Bezugsperson.
Das Rehabilitationsprogramm umfasst im einzelnen folgende Punkte:

  • Verlässliche Verlaufskontrolle durch fremdanamnestische Dauerbeobachtung während 4-6 Wochen
  • Temporäre Trennung von potentiellen (Stress-) Faktoren am Heimatort
  • Strukturiertes Tagesangebot zur Erleichterung der Orientierung
  • Klare positive Stationsregeln und Verstärkung angemessenen Verhaltens
  • Stationäre Begleitung bei evtl. Modifikation der Psychopharmaka
  • Psychoedukation und therapeutische Instruktionen für betroffene Eltern incl. Kompetenzerhöhung durch Kurse zu positiver Erziehung (s.u.)
  • Psychologisch-psychotherapeutischer Support
  • Ergotherapie bei Bedarf und Indikationsgruppe
  • AD(H)S-Sportprogramm
  • Abschlussempfehlung für weitergehende, nachsorgende Maßnahmen

Diese Multi-Kompetenzen stationärer Rehabilitation sind insbesondere für Kinder und Jugendliche mit komorbiden Diagnosen (s.o.) sinnvoll und förderlich. Eine weitgehend barrierefreie Teilhabe am alterstypischen Geschehen, sowie eine (Wieder-)Herstellung adäquater Leistungsfähigkeit sind Standardziele unserer Rehabilitation bei Patienten mit AD(H)S.

Im Bereich Kind-Eltern, wo eine Bezugsperson (in der Regel Mutter oder Vater) den Rehabilitanden während des gesamten Rehabilitations-Aufenthaltes begleitet, bieten wir folgende Kompetenzförderung an: Für diese Bezugsperson des Kindes wird zur Unterstützung elterlicher Erziehung ein sowohl präventiv ausgerichtetes als auch interventiv nutzbares Erziehungsprogramm in Seminarform angeboten durch einen lizenzierten Triple-P-Trainer.(Internetseiten Triple-P)

In ersten Ansätzen sind die erarbeiteten konsistenten Erziehungsstrategien in den individuellen Erziehungsalltag, zunächst innerhalb des Lebens in der Fachklinik, aktiv einübend zu integrieren, so dass Wirksamkeit erlebt wird.

Eine zeitliche und inhaltliche Fortführung des unterstützenden Programms wird für die Zeit nach dem stationären Rehabilitations-Aufenthalt in Form strukturierter telefonischer Nachsorgekontakte angeboten.

Weiterhin werden im Rahmen einer Indikationsgruppe „AD(H)S“ Basiselemente aus dem Programm THOP von Döpfner et al. (2007) mittels interaktiver Methodik vermittelt. Innerhalb dieses bewährten und evaluierten Elterncoachings können die spezifizierten Problemkonstellationen bei AD(H)S aufgegriffen, analysiert und fachlich reflektiert werden. Auf der Basis eines kompetenten Störungsverständnisses werden mit der Bezugsperson in einem Coachingprozess pragmatische Problemlöse- und Förderansätze erarbeitet.

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